Arbeitskreis "Lernen und Helfen in Übersee" e.V.

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Corporate Volunteering

Für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die "Unternehmerische Verantwortung aus entwicklungspolitischer Perspektive“ zunehmend an Bedeutung gewonnen. Die Verknüpfung privatwirtschaftlicher Nachhaltigkeitsbestrebungen mit Staat und Zivilgesellschaft bleibt ein wichtiges Anliegen der Entwicklungspolitik und „Corporate Social Responsibility“ hat das Potential, in nahezu allen Schwerpunkten der Entwicklungspolitik wichtige Beiträge zu leisten.

Ein Teilbereich des unternehmerischen Engagements ist das Corporate Volunteering. Die Fachmesse zeigte Beispiele auf und diskutierte über die Verbindungen und Unterschiede zum personellen Engagement der staatlichen Durchführungsorganisationen und Nichtregierungsorganisationen in der Entwicklungszusammenarbeit.

Was ist unter Corporate Volunteering zu verstehen und welche Formen des Engagements von Unternehmensmitarbeiter/innen gibt es?

• Corporate Volunteering:
Hier ist das Unternehmen, dass sich mit seinen MitarbeiterInnen und seinen Kompetenzen gesellschaftlich engagiert, um der „Gesellschaft, in der es erfolgreich am Markt ist, etwas zurück zu geben“, um z.B. in die Lösung von Bildungsproblemen zu investieren oder um das Katastrophenmanagement in Mittelamerika zu verbessern, wie in dem unten stehenden Beispiel Deutsche Post DHL - GoHelp.

In der Regel sind die hierbei mitwirkenden MitarbeiterInnen in ihrer bezahlten Arbeitszeit in der Entwicklungszusammenarbeit im weitesten Sinne tätig. Ziel und Ausgestaltung des Engagements werden vorrangig vom Unternehmen bestimmt.

• Employee Volunteering:
Hier engagieren sich MitarbeiterInnen in ihrer Freizeit – angeregt bzw. unterstützt durch ihr Unternehmen, für das sie tätig sind. Das Engagementfeld sowie Form und Umfang des Engagements werden in erster Linie durch die MitarbeiterInnen bestimmt. Das Unternehmen kann es durch verschiedene Maßnahmen fördern – etwa durch eine Intranetdatenbank mit Engagementangeboten, die Unterstützung eines Mitarbeitervereins, der Engagementprojekte akquiriert oder initiiert, durch Spenden an die Vereine, für die sich die Mitarbeiter engagieren u.a.m..

Am Anfang kann aber auch das Engagement von MitarbeiterInnen stehen, die dann die Unterstützung des Unternehmens mobilisieren – wie in dem unten stehenden Beispiel Risse + Wilke Kaltband GmbH & Co. KG.

Für Unternehmen ist dieser Ansatz u.a. unter dem Aspekt der MitarbeiterInnen-Bindung interessant oder auch vor dem Hintergrund der Erkenntnis, dass Bürgerengagement die engagierten Menschen motiviert hält und ihre nicht formalen Kompetenzen stärkt.

• Lernen in fremden Welten:
Bei diesem Ansatz steht die Förderung und Entwicklung von sozialen, Management- oder auch Fachkompetenzen im Mittelpunkt des Unternehmensinteresses. Im schulischen und universitären Bereich ist dies auch als „ServiceLearning“ bzw. „Lernen durch Engagement“ bekannt.

Es sind die herausfordernden, teils komplexen, Aufgabenstellungen, die Begegnung mit fremden Lebenswelten und nicht zuletzt die starken Sinnangebote, die gemeinnützige Projekte zu bieten haben, die eine ernst zu nehmende Alternative zum Lernen im Seminarraum oder mit konstruierten Outdooraktionen darstellen.

So dürften die MitarbeiterInnen von Accenture und Randstad (siehe die unten stehenden Beispiele) nach ihrem Auslandseinsatz mit zusätzlichen Erfahrungen und Kompetenzen wieder an die Arbeit gehen, die auch in ihrem beruflichen Kontext nützlich sind.

 

In der aktuellen Unternehmenspraxis sind diese drei Ansätze nicht immer klar getrennt, da die verschiedenen Ziele und Gestaltungsformen miteinander kombinierbar sind.

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Beispiele aus der Praxis

Die Entwicklungszusammenarbeit bietet zahlreiche sinnvolle  Möglichkeiten für die drei vorgestellten Engagementaspekte.