Die Christoffel-Blindenmission Deutschland e.V. mit uns im Interview

Leonie Höhl, Human Resources Managerin, von der CBM spricht mit uns über den Einstieg in die Internationale Zusammenarbeit (IZ).

Mit welcher Motivation suchen Sie Leute? Mit welcher Motivation sollten sich Leute bei Ihnen bewerben? Nehmen Sie auch Initiativbewerbungen an?

Wir suchen neue Leute, um auch in weiteren 100 Jahren eine sehr gute Projektarbeit machen zu können und so unsere Standards und unseren Qualitätsanspruch erfüllen zu können. Neue Mitarbeitende sollen möglichst motiviert sein, über den Tellerrand hinaus zu schauen, Prozesse zu verbessern und damit auch unsere Arbeit noch effizienter zu gestalten. Sie sollen für unsere Sache stehen: eine inklusive Welt!

Wir nehmen auch Initiativbewerbungen an, ja. Ist aber nicht immer leicht, geeignete Bewerbungen zu offenen Stellen zu matchen und somit ist eine konkrete Bewerbung auf eine offene Stelle am Ende am vielversprechendsten.

Wie arbeiten Sie mit Unternehmen der freien Wirtschaft im Bereich der IZ zusammen? Gibt es Überschneidungspunkte zwischen der freien Wirtschaft und Ihrer Organisationen in manchen Projekten?

Wir haben für die Zusammenarbeit mit der freien Wirtschaft ein eigenes Team, das sich mit Unternehmenskooperationen befasst. Dieses prüft potenzielle Partnerschaften und bahnt diese an, pflegt bestehende Partnerschaften und baut diese aus.

Ist ein Direkteinstieg in die IZ nach dem Studium möglich bzw. sinnvoll?

Ein Direkteinstieg bei uns ist auf jeden Fall möglich und auch sinnvoll; positiv wirken sich dann aber vor allem praktische Ersterfahrungen aus: wie Praktika und Werkstudententätigkeiten im gesuchten Bereich. Auch während des Studiums bieten wir die Möglichkeit, Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit auf Basis einer kurzfristigen Beschäftigung zu sammeln. Die Tätigkeit umfasst die Sensibilisierung von Menschen für das Thema „Blindheit und Behinderungen in den sogenannten Entwicklungsländern“ bei Veranstaltungen und in der Bildungsarbeit.

Welche Vorerfahrungen sind nötig, um einen Einstieg in die IZ zu ermöglichen?

Praktika und Werkstudententätigkeiten, freiwillige soziale Jahre oder Ehrenamt im gesuchten Bereich sind bei Junior-Positionen sinnvoll. Natürlich hat jemand, der schon im Projektland gearbeitet hat, besonders interessante Erfahrungen gemacht.

Mit welchem Gehalt kann man in der IZ rechnen?

Das Gehaltsniveau ist im Allgemeinen in der IZ nicht vergleichbar mit dem in der freien Wirtschaft. Bei der CBM haben wir die AVR der Diakonie als Tarifsystem. Somit liegen wir mit den Mitarbeitenden Gehältern im guten Bereich, was vergleichbare NGOs bieten können.

Wie bin ich im Ausland abgesichert? Wer sorgt für meine Sicherheit?

Wir decken unsere Mitarbeitenden mit unterschiedlichen Reiseversicherungen ab. Zudem haben wir mit einem externen Partner jemanden an der Hand, der 24/7 erreichbar ist, wenn etwas vorfällt. Unsere Mitarbeitenden können sogar die Health/Safety&Security Unit von CBM International nutzen. Die Kollegen screenen die Sicherheitslage, sind im Notfall erreichbar. Dies ist nur ein kleiner Teil unserer Vorkehrungen, zeigt aber, dass wir bestrebt sind, eine gute Absicherung zu haben.

Bleiben viele Ihrer Miterarbeitenden nach dem Aufenthalt im Ausland im Bereich der IZ oder wechseln diese wieder in andere Berufsfelder?

Die meisten bleiben im IZ Umfeld. Ihnen ist eine sinnstiftende Arbeit wichtig und diese finden sie oft in der freien Wirtschaft weniger.